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Mittwoch, 6. April 2011

Dunkelheit im Lampenstreit am Marktoberdorfer Bahnhof

Planer: «Maß nicht eingehalten» - Bauunternehmer: «Es gab kein Maß»

Wieso stehen vier der acht Lampen beim Marktoberdorfer Bahnhof zu dicht am Hotel Sepp? Die Antwort auf die Frage ist eigentlich ganz einfach: Sie wurden verkehrt gesetzt. Nicht so einfach zu klären ist, wer die Schuld daran trägt. Da wandert der schwarze Peter munter zwischen Rathaus und Planungsbüro einerseits und ausführendem Unternehmen andererseits hin und her.

Foto: © Andreas Filke
Fakt ist, dass die Leuchtkörper den Gehweg derart einengen, dass im Bereich des kleinen Vorgartens zu wenig Platz etwa für Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen ist. Die Breite muss 1,2 Meter betragen. Deshalb müssen die Lampen um 40 Zentimeter versetzt werden.

Keiner Schuld bewusst

Hubert Schmid vom ausführenden Unternehmen weist jede Schuld von sich. «Auf dem Plan ist kein Maß für die Lampen vorgegeben», deutet er auf die Karte. Zugleich verweist er auf eine Notiz, die er nach einem Gespräch unter anderem mit Stadtbaumeister Peter Münsch und Bertram Mooser vom planenden Büro Mooser Ingenieure angefertigt hat. Darin hat er verzeichnet, dass die Lampen in einem Abstand von 39 Zentimeter von der Straßenkante aufgestellt werden sollen. Und eben diese Straßenkante sei das für ihn und Oberbauleiter Jens Krause entscheidende Maß.
Sein Unternehmen habe nach dieser Vorgabe das Fundament gefertigt, das Installieren der Leuchtkörper habe die Stadt übernommen. Er schüttelt den Kopf über die Klage, er habe Schuld daran, weshalb die Lampen versetzt werden müssen. «Bei einer solch teuren und aufwendigen Geschichte gehört das picobello vermaßt», sagt er. Wenn die Lampen nun umgesetzt werden, müsse das eineinhalb Meter tiefe Fundament heraus und neu geschaffen werden. Eine Verschiebung um 40 Zentimeter habe zudem zur Folge, dass die Lampe dann in der Regenwasserabflussrinne steht.
Für Mooser ist die Angelegenheit eindeutig: «Es ist nicht so gebaut worden, wie es sollte.» Auch die Position der Lampen sei im Ausführungsplan festgeschrieben: «Es gibt eine Vermaßung.» Um die Lampe an den gewünschten Standort zu bringen, müsse das Fundament versetzt werden. Das sei technisch «kein riesengroßer Aufwand». Wenn die Lampen dadurch näher an die Regenrinne rückten, sei das ebenfalls kein Problem. Diese sei 40 Zentimeter breit. Die Lampe rage 20 Zentimeter hinein, sodass zehn Zentimeter auf jeden Fall blieben: «Das ist das Normalmaß und reicht aus.»

Auch ein Baum betroffen

Von der Verschiebung betroffen ist auch ein Baum, der zehn Zentimeter zu weit im Gehweg steht. Wenn sich alles an Ort und Stelle befindet, bleibe die optische Fluchtlinie in diesem Bereich erhalten. Er bezeichnet Schmids Vorgehen ihm und der Stadt gegenüber jedenfalls als «unschön». So steht Aussage gegen Aussage. Beide Seiten sehen nach eigenem Bekunden einer Auseinandersetzung - in welcher Form auch immer - gelassen entgegen. Der schwarze Peter wandert also noch länger weiter.

Quelle: AZ

ADAC zeigt fünf Mineralölkonzerne wegen E10 an

Im Streit um den neuen Kraftstoff E10 hat der Automobilclub ADAC gegen die Mineralölkonzerne Aral, BP, Jet, OMV und Shell Anzeige erstattet.

© Aral (über dts)
Nach Ansicht des ADAC verstoßen die Unternehmen gegen die gesetzlichen Regelungen zur Einführung von E10. Die Mineralölkonzerne böten demnach weiterhin an Tankstellen kein Super E5 mit 95 Oktan an. Es sei jedoch vorgeschrieben, dass Anbieter von Super E10 gleichzeitig auch ein entsprechendes Superbenzin mit E5-Qualität vorhalten müssen. Stichproben des ADAC an Münchner Tankstellen hätten gezeigt, dass von den Mineralölkonzernen unter der Bezeichnung "Super" ein Kraftstoff der Qualität Super Plus mit mindestens 98 Oktan angeboten werde. Dieser koste pro Liter mindestens acht Cent mehr als das angebotene Super E10.
E10 hatte in den vergangenen Wochen bei vielen Konsumenten für Verwirrung gesorgt, da einige vor allem ältere Autos den neuen Kraftstoff nicht vertragen. Aus Verunsicherung griffen viele Kunden zu dem teureren Super Plus. Infolgedessen kam es zu Engpässen bei zahlreichen Tankstellen, die sich mit großen Mengen von E10 eingedeckt hatten, aber nur vergleichsweise geringe Mengen des sonst seltener verkauften Super Plus vorrätig hatten. Die Einführung des E10-Kraftstoffs ist Teil der Umsetzung von EU-Vorgaben durch die Bundesregierung. Durch den gegenüber herkömmlichem Kraftstoff um fünf Prozent höheren Anteil an Bio-Ethanol soll der Ausstoß von schädlichem Kohlenstoffdioxid (CO2) gesenkt werden.


Quelle: AZ

Montag, 4. April 2011

Vier Monate Haft für El Masri

Justizbeamten auf den Kopf geschlagen

Schweigen: Khaled El Masri sprach während des Prozesses am Montagvormittag mit keinem ein Wort. Teilnahmslos starrte der Deutsch-Libanese meist an die Wand des Kemptener Amtsgerichtssaals, wo gegen das Entführungsopfer wegen Körperverletzung verhandelt wurde. El Masri soll im Juli 2010 einem Justizvollzugsbeamten ohne Anlass auf den Kopf geschlagen haben. «Wie es zu dem Ausraster kam, könnte nur der Angeklagte kläre», sagte sein Rechtsanwalt. Doch der 47-Jährige schwieg beharrlich - auch, als das noch nicht rechtskräftige Urteil verkündet wurde: vier Monate Haft.


Sowohl Staatsanwalt als auch Richter und Verteidiger sahen es als erwiesen an, dass El Masri den 36-jährigen Justizvollzugsbeamten in der Kemptener Haftanstalt geschlagen hat. Völlig unerwartet sei das passiert, sagte das Opfer. Er habe dem Angeklagten, der ruhig in seiner Zelle gesessen habe, nur einen Einkaufsschein gegeben. Dann «ist er blitzartig aufgesprungen und mir nach gerannt. Plötzlich hat mich ein Schlag am Kopf getroffen», berichtete der JVA-Angestellte, der in der Folge an starken Kopfschmerzen litt und psychiatrisch behandelt wurde.

Quelle und Foto: AZ